LAURENT METTRAUX
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für Solisten,
Chor und Instrumentalensemble, M.625 (2001-2)
Text und Musik : Laurent Mettraux
DEN ERSTEN
ABSCHNITT HÖREN (Teil 6) :
ERSTER ABSCHNITT :
PARTITUR (pdf)
DEN ZWEITEN ABSCHNITT HÖREN (Teil 9) :
ZWEITER ABSCHNITT :
PARTITUR (pdf)
DEN DRITTEN ABSCHNITT HÖREN (Teil 11) :
DRITTER ABSCHNITT :
PARTITUR (pdf)
DEN VIERTEN
ABSCHNITT HÖREN (Ende des Werkes) :
VIERTER ABSCHNITT :
PARTITUR (pdf)
Aufführung :
Christine Buffle, Sopran ; Liliane Zürcher, Alt ;
Hans-Jürg Rickenbacher, Tenor ; Michel Brodard, Bass ;
Marc Jaermann, Cello ;
François Margot und Jean-Claude Charrez, Klaviere ;
Trio Adamas (Stéphane Borel, Romain Kuonen und Nicolas Suter)
und Oleskiy Volynets, Thierry Besançon,
Peter Baumann, Schlagzeug ;
Kammerchor der Universität
Fribourg ;
Instrumentalensemble,
Leitung Pascal Mayer
Das
Konzert wurde von der Radio Suisse Romande Espace 2 aufgenommen
Dieses Oratorium ist von der Schweizerischen
Nationalausstellung von 2002 (Expo.02) bestellt worden. Die Uraufführung hat in
der Tente Centenaire der Arteplage von Murten, am 5. und 6. Oktober 2002,
stattgefunden. Die Aufnahme ist dem Konzert vom 6. Oktober 2002 entnommen.
Dauer
des Werkes : ungefähr 48’
Rilke schrieb:
"S'il on chante un dieu Singt man einem Gott
Ce dieu rend son silence. Gibt dieser ein Schweigen
zurück.
Nul de nous ne s'avance Niemand
kann vorwärtsgehen
Que vers un dieu silencieux." Als auf einen schweigenden Gott zu.
Diese schweigsame
Gottheit, von der man weder die Form, noch den wahren Namen kennt, bildet ein
Geheimnis für die Glaubenden aller Zivilisationen, die unseren Planeten bewohnt
haben und noch bewohnen. „Niemand kennt sein Antlitz“ – „Wer kann deinen Namen
aussprechen?“ – „Wir wissen nicht, wer du bist“, solche Aussagen finden sich
ebenso in animistischen Gebeten aus Afrika wie in hinduistischen Hymnen, in der
Sufi-Dichtung, in der rheinischen Mystik, dem antiken Griechenland oder der
Gesellschaft der Gegenwart.
Indem ich einige
der schönsten dieser Texte (aus Hymnen, Dichtungen, Prosa und metaphorischen
Texten) auswählte, die um das Thema des verborgenen Gottes kreisen, wollte ich
dieses Geheimnis vor Augen führen, und ebenso die verschiedenen menschlichen
Haltungen diesem gegenüber, die zwischen Furcht und Vertrauen, Angst und
Besänftigung, Glaube und Zweifel schwanken. Zu diesem Zweck habe ich Texte aus
unterschiedlichen Kulturen und Zeitepochen überarbeitet, verdichtet oder
verschmolzen. Wo nötig, wurden Ergänzungen oder Überleitungen eingefügt, um den
logischen Ablauf des Textes des Oratoriums zu sichern. Selbstverständlich habe
ich darauf geachtet, nicht das Denken der Autoren, die ich verwandte, zu
verfälschen. So basiert der Text hauptsächlich auf folgenden Texten: Hymnen des
mythischen Hindukönigs Pushpadanta, des neuplatonischen Philosophen Proklos und
von Gregor von Nazianz; Ausschnitte aus Gebeten der Inkas, aus einem Gedicht
des griechischen Poeten Synesios, der gegen seinen Willen zum Bischof gewählt
wurde, oder des Marathen Tukaram, des analphabetischen Mystikers, von Guillaume
von Saint-Thierry, Gefährte des hl. Bernhard von Clairvaux, oder von Amenemonet,
dem Schreiber und Archivar aus ramessidischer Zeit; Aphorismen aus dem
„Cherubinischen Wandersmann“ des Angelus Silesius; Gedichte des Persers
Halladsch, des Andalusiers Ibn ul-‘Arabî und des Deutschen Rilke; schließlich
endet der Text mit einem Ausschnitt aus dem üblicherweise Lao-tse
zugeschriebenen berühmten Tao Te King.
Das etwa 45
Minuten dauernde Werk ist für vier Solostimmen (Sopran, Alt, Tenor und Bass),
Chor, Solo-Violoncello, Schlagzeug (sechs Instrumentalisten für etwa zwanzig
Instrumente) und zwei Klaviere geschrieben.
Die Instrumentierung, einerseits asketisch
reduziert, um sich besser an die Verinnerlichung des Themas anzupassen, kann
dank der beinahe unbeschränkten Klangpalette der Perkussion gebrochen werden
und so eine musikalische Welt errichten, die ebenso aus kleinen Feinheiten wie
aus dynamischeren Elementen besteht und auf diese Weise die unterschiedlichen
Stimmungen des Textes suggeriert oder widerspiegelt. Die beiden Klaviere
beschränken sich nicht auf die Verdopplung der Chorstimmen oder der Solisten
zur Gewährleistung der Stabilität der Intonation, die durch die in der Tonhöhe
nicht festgelegte Schlagzeug gestört werden könnte, sondern vervollständigt,
unter anderem durch das Spiel mit den Stimmlagen, die Palette der Klangfarben
und bringt sowohl Schatten wie Licht ein. Das Violoncello schließlich, Solist
mit dem selben Status wie die Gesangssolisten, schafft die Verbindung zwischen
dem Instrumentalensemble und den gesungenen Stimmen.
Laurent Mettraux
Deutsche Übersetzung : René Schurte